Gedanken zu meinen Bildern

Mit meinen Bildern will ich Verbindungen schaffen – von mir zu Dir, von hier nach da: z.B. geht es in der Bildereihe Kindersoldaten ganz offensichtlich um Kinder, die spielen dürfen. Vielleicht ist es mein Sohn, wenn ich einen habe, vielleicht mein Patenkind, vielleicht das Nachbarskind - auf jeden Fall ein glückliches Kind, was Krieg spielt. Auf der anderen Seite gibt es Kinder, die als Soldaten töten müssen, täglich und überall in der Welt. Wie weit weg ist der Kindersoldat von mir, meinem Sohn, dem Nachbarskind, etc. Fühle ich sein Leid, und wenn, was kann ich tun? Immer wieder die Frage: Was kann ich tun? Und was kann ich wirklich tun, um nicht an dieser Frage zu verzweifeln und hier und jetzt mit meinen Mitteln dem Wahnsinn etwas entgegen zu setzen.

Ähnlich verhält es sich mit der Bilderreihe Flüchtlinge. Die gezeigten Flüchtlinge sind offensichtlich nicht die, die wir als Flüchtlinge im Kopf haben – bin das nicht ich oder bist das nicht sogar Du? Auch hier geht es mir um die Verbindung von mir zu den Anderen: Ich bin nicht Flüchtling, aber sind die anderen Flüchtlinge nicht ich? Was kann ich tun, wie kann ich helfen, wieso lassen wir das alles zu? Und wie weit weg ist die Flucht von mir?

Die Reihe Ich bin doch auch nur ein Mensch zeigt Menschen, die Vorstandposten in transnationalen Konzernen innehaben. Alle Firmen eint, dass sie Verelendung in die Welt bringen. Die gezeigten Vorstände zeige ich jedoch privat in ganz alltäglich Situationen – mit ihren Enkeln, auf dem Rasenmäher, etc. - sie sind eben auch nur Menschen. Hier geht es mir nicht um Verharmlosung, sondern um das Monster in uns: was hält mich ab moralisch gut zu handeln? Sind es die Zwänge, die Angst, die Gier nach Macht und Geld? Was kann ich in meiner Position tun, damit die Welt ein bisschen gerettet wird? Will ich die Welt überhaupt retten oder lieber so weiter machen wie bisher? Will ich überhaupt wissen und verstehen, was da draußen passiert und das ich Teil des Ganzen bin? Vielleicht ist mir das ja alles zu anstrengend, und ich lebe lieber mein kleinesgroßes Leben weiter. Position zu beziehen ist harte Arbeit. Wir sind doch auch nur Menschen.

Oktober 2014


Aktuell arbeite ich an meinen Wandelbilder. In Zeiten der Krisen das Andere zu denken ist schwierig: dass sich die Dinge positiv verändern, dass es doch noch was wird mit der Humanität ... In meinen Bildern lasse ich positive Veränderung zu: die EU installiert eine menschenrechtskonforme Flüchtlingspolitik, der deutsche Waffenhandel wird konsequent eingestellt, die neoliberale Wirtschaftspolitik erkennt ihre inhumanen Strukturen und verändert sich grundlegend, Menschen erfahren Respekt, Menschen begegnen sich mit Respekt, Menschen helfen einander, Menschen lächeln einander an, Menschen lächeln. Meine Wandelbilder sind thematisch in folgenden Reihen zu finden:
- Meine klugen Tiere: Für Entneoliberalisierung
- Wir schämen uns öffentlich und gemeinsam gegen alle rassistischen Übergriffe auf Menschen
- Der Abbau vom Atomkraftwerk in Grohnde/NRW
- Wandelcollagen (z.B.: Die EU installiert eine menschenrechtskonforme Flüchtlingspolitik, der deutsche Waffenhandel wird konsequent eingestellt, usw.)

Mai 2016