Die Reihe „Ich bin doch auch nur ein Mensch“ zeigt Menschen, die Vorstandposten in transnationalen Konzernen innehaben. Alle Firmen eint, dass sie Verelendung in die Welt bringen (mehr in "Gedanken zu meinen Bildern").
Die Konzerne sind beliebig ausgewählt und stehen exemplarisch für viele weitere weltweit agierende transnationale Konzerne:

1. Heckler & Koch

Kleinwaffen sind die tödlichsten aller Kriegswaffen: Rund 63 Prozent aller Kriegstoten sind Gewehrtote, dazu kommen zehn Prozent, die durch Kalaschnikows ums Leben kommen. Heckler & Koch ist der größte europäische Kleinwaffenhersteller. Durch die Waffen des deutschen Unternehmens sind bisher schätzungsweise mehr als zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen. Tagtäglich wird mit H&K-Waffen gemordet - durchschnittlich alle 14 Minuten stirbt ein weiterer Mensch durch eine Kugel aus dem Lauf einer H&K-Waffe. Die deutsche Politik macht es möglich, dass deutsche Waffen ganz offiziell an die brutalsten Diktaturen der Welt wie auch an Länder geliefert werden, die Kindersoldaten einsetzen.

Zu den Lieferanten von Kriegswaffen zählen nicht nur die ausgewiesenen Waffenproduzenten, sondern auch »unverdächtige« Firmen wie SAP, die Computerprogramme liefert, Junghans, eine Firma, die nicht nur Uhren, sondern auch Zünder für Granaten und Sprengköpfe herstellt, und Daimler, die Unimogs und Sattelzüge für Armeen in der ganzen Welt produziert. Der europäische Flugzeugkonzern EADS liefert Eurofighter und Transportflugzeuge von Airbus an Saudi-Arabien, das islamistische Gruppen unterstützt und die eigene Bevölkerung unterdrückt. Quelle: Jürgen Grässlin: Schwarzbuch Waffenhandel - Wie Deutschland am Krieg verdient. 2013 www.juergengraesslin.com www.wir-kaufen-keinen-mercedes.de

2. Nestlé

Wasser:

Der Handel mit Flaschenwasser ist eines der lukrativsten Geschäfte des 21. Jahrhunderts. Jedes Jahr werden mehr als 164 Milliarden Liter Wasser in Flaschen abgefüllt. Kontrolliert wird der globale Markt des kostbaren Nass von multinationalen Konzernen wie Danone, Coca Cola und Pepsi. Mit 77 verschiedenen Marken und einem weltweiten Marktanteil von geschätzten 12 Prozent steht das Schweizer Unternehmen Nestlé an der Spitze des Flaschenwassermarktes. Beispiel Brasilien: Nestlé macht hier riesige Gewinne, indem der Konzern aus öffentlichen Quellen mit geringsten Kosten Wasser abpumpt, während die Öffentlichkeit keine Mittel für eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung oder gar keinen Zugang zu Wasser hat. In Brasilien sind das 20 Prozent der Bevölkerung. Bereits seit Jahren kauft der Konzern in Brasilien Gebiete auf, die über ausgedehnte Wasserquellen verfügen. Durch die Übernahme der Firma Perrier gelangte Nestlé so zum Beispiel in den Besitz des Wasserparks des kleinen Ortes São Lourenço im Bundesstaat Minas Gerais. Die Region liegt zwischen den Großstädten São Paulo, Belo Horizonte und Rio de Janeiro und zählt zu den Gegenden mit dem weltweit meisten Vorkommen an verschiedenen Mineralwassern. Schokolade: Nestlé ist der drittgrößte Einkäufer von Kakaobohnen aus der westafrikanischen Elfenbeinküste, dem bedeutendsten Exportland von Kakao. Hier werden laut Menschenrechtsorganisationen etwa 12.000 Kinder als Sklaven auf Kakaoplantagen eingesetzt. Nestlé und anderen kakaoverarbeitenden Unternehmen wurde vorgeworfen, zu wenig zur Verbesserung dieser Zustände zu unternehmen. Daraufhin unterzeichnete die Schokoladenindustrie, darunter auch Nestlé im September 2001 das sogenannte Harkin-Engel-Protokoll. Dieses Protokoll beinhaltet Massnahmen, die bis 2005 zur Beendigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit bzw. -sklaverei in der Kakaoindustrie führen sollten. Die vereinbarten Massnahmen führten u.a. zur Gründung der International Cocoa Initiative, die gegen Kinderarbeit und Zwangsarbeit im Kakaoanbau vorgehen soll. Eine Reportage der ARD kam allerdings 2010 zu dem Schluss, dass grosse Firmen wie Nestlé, Mars Inc. und Kraft Foods Kindersklaverei nach wie vor «zumindest dulden.“] Die österreichischen Enthüllungsjournalisten Klaus Werner Lobo und Hans Weiss werfen dem Konzern «Ausbeutung und Kindersklaverei» auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste vor. Eine Evaluation der Tulane-Universität stellte 2011 fest, dass von den sechs im Harkin-Engel-Protokoll genannten Massnahmen keine einzige vollständig umgesetzt wurde. Quelle: www.greenpeace.de www.wikipedia.de

3. Daimler AG/Mercedes-Benz

Rüstungsunternehmen wie Daimler/EADS lieferten und liefern in gewaltigem Umfang Waffen an kriegsführende und menschenrechtsverletzende Staaten. Die Daimler AG baut und verkauft Militär-Unimogs und Militär-Lastkraftwagen. In den vergangenen Jahren wurden militärische Nutzfahrzeuge unter anderem an Ägypten, Algerien, Angola, Irak, Kuwait, Libyen, Marokko, Pakistan, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien, Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert. Daimler lieferte auch an Diktaturen, und zwar ausgerechnet an die, die Oppositionelle jahrelang gefoltert und drangsaliert haben. Alleine im Jahr 2010 verkaufte der Konzern 143 Militärfahrzeugteile an Ägypten. Drei Militärlaster an Saudi Arabien. Und 58 Militär-LKW an Algerien. Dabei beteuert die Daimler AG auf ihrer Homepage: „Daimler setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein.“ Über die Beteiligung am drittgrößten europäischen Rüstungskonzern, der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS), trägt die Daimler AG als Hauptaktionär Mitverantwortung für die Herstellung von Trägersystemen für Atomsprengköpfe und andere menschenverachtende Waffen. Auch wenn die Daimler AG aus der Beteiligung an der EADS aussteigen oder reduzieren will, profitiert sie weiterhin über die Tognum AG von Geschäften mit Rüstungs- und Dual-Use-Gütern. So hat die Daimler AG die Anteile an der Tognum AG im Jahr 2011 erhöht. Sowohl die Daimler AG als auch die Tognum AG haben sich in den Verhaltensrichtlinien ihrer Corporate Governance zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Ob diese Verpflichtung mit der Lieferung von militärischen Komponenten an Staaten wie Saudi-Arabien oder China vereinbar ist, muss bezweifelt werden. Mit dem Rüstungsengagement bei der EADS, der Tognum AG und dem Export von militärischen Nutzfahrzeugen verstößt die Daimler AG nach Ansicht der Kritischen Aktionäre Daimler gegen die Intentionen der „Guten Unternehmensführung“ („Corporate Governance“) und gegen die „Unternehmenssozialverantwortung“ (CSR). Auf ihrer Website www.wir-kaufen-keinen-mercedes.de informieren die Kritischen AktionärInnen Daimler über die Beteiligung von Daimler/EADS an Streumuntionswerfern. Mit ihrem Engagement wollen sie erreichen, dass der Auto- und Rüstungskonzern Daimler zukünftig auf jegliche Beteiligung an der Forschung, Entwicklung und Produktion von Streumunition bzw. Raketenwerfern, die für Streumunition verwendet werden können, verzichtet. Quelle: www.kritischeaktionaere.de www.juergengraesslin.com www.wir-kaufen-keinen-mercedes.de

4.Deutsche Bank

Deutschlands größte Bank ist der wichtigste Geschäftspartner der Firmen, die den Kampfpanzer Leopard 2 A7+ bauen. Hunderte dieser hochmodernen Panzer, die sich perfekt für die Aufstandsbekämpfung eignen, sollen an Saudi-Arabien geliefert werden. Die Geschäfte mit den fünf größten Waffenherstellern und -exporteuren der Welt summieren sich auf drei Milliarden Euro, zu Streumunitionsherstellern auf 500 Millionen Euro. Trotz des Ausstiegsversprechens von Josef Ackermann hat die Deutsche Bank neue Geschäfte mit Streumunitionsproduzenten abgeschlossen. Und der Ankündigung der Bank, keine neuen börsengehandelten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln aufzulegen,fogten keine Taten. Unter dem Führungsduo Jain und Fitschen hat die Deutsche Bank keinen "Kulturwandel" hin zu einem ökologisch und sozial nachhaltigen Finanzinstitut vollzogen. Sie unterhält weiter Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die Umwelt- und Menschenrechte missachten, vergibt Anleihen und Kredite an Atomwaffen-Produzenten sowie Exporteure von Rüstungsgütern in Krisengebiete und spekuliert mit Agrarrohstoffen. Damit tätigt sie Geschäfte, die bei anderen Finanzdienstleistern längst auf dem Index stehen. Auch die Commerzbank ist stark zu kritisieren: sie finanziert über Anleihen, Aktien und Kredite die klimaschädliche Kohleindustrie. Zwischen 2005 und 2010 waren es Finanzdienstleistungen von etwa vier Milliarden Euro. Kohleabbau in Kolumbien, Indonesien oder den USA geht einher mit schwerster Umweltzerstörung und mit eklatanten Menschenrechtsverletzungen. Quelle: www.kritischeaktionaere.de www.oxfam.de

5. Monsanto

Monsanto erforscht, produziert und verkauft gentechnisch verändertes Saatgut. Das 1901 in St. Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen "Monsanto Chemical Works" war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde. In der Vergangenheit machte "Monsanto" mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter dem Namen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird. Heute ist "Monsanto" weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind "Monsanto"-Patente. Kritisiert wird die vertragliche Bindung der Landwirte an das Unternehmen, die es ihnen verbietet, die eigene Ernte als Saatgut wieder zu verwenden. Ebenso ist es den Landwirten im Konfliktfall nicht gestattet, sich gegenüber Dritten zu äußern. Weiterhin müssen sich die Landwirte vertraglich dazu verpflichten im Falle von Ernte- oder Ertragsausfällen nicht gegen das Unternehmen Monsanto zu klagen. In der Kritik steht auch eine Vermischung von Monsantos Aktivitäten und der Politik: So sollen führende Mitglieder der britischen Labour Party massiv in die GenIndustrie investiert und Mitarbeiter amerikanischer Bundesbehörden zu Monsanto und zurück in die Politik gewechselt haben. Quelle: www.chemie.de www.konzern-kritik.de